Es wird früh dunkel, die Temperaturen sinken, und doch kribbelt es bereits wieder in den Beinen. Die Saisonpause ist vorbei und der Blick richtet sich nach vorne. Doch wie gelingt der beste Einstieg in die neue Saison? Die Antwort steht oft im eigenen Wohnzimmer. Smart Training auf der Rolle ist längst keine reine Notlösung mehr für Schlechtwettertage, sondern das vielleicht mächtigste Werkzeug für deinen Formaufbau.

Präzision statt Zufall: Warum Watt nicht gleich Watt ist

Gerade für Radsportler und Triathleten, die ihre Leistung gezielt verbessern wollen, ist das Treffen der exakten Trainingszonen entscheidend. Es mag pingelig klingen, aber ob du 10 bis 15 Watt zu viel oder zu wenig drückst, entscheidet oft darüber, ob du den physiologisch richtigen Reiz setzt oder ’nur‘ Kalorien verbrennst. Draussen im Gelände ist diese Präzision durch Verkehr, Topografie oder Wind oft schwer zu halten.

Hier spielt das Smart Training seine grösste Stärke aus. Basierend auf einer sauberen Leistungsdiagnostik kannst du dein Training auf der Rolle millimetergenau steuern. Der Smart Trainer erlaubt es dir, ohne Ablenkung exakt in deinem vorgegebenen Bereich zu bleiben. Ob du nun eine saubere Grundlageneinheit (GA1) fährst, um den Fettstoffwechsel zu ökonomisieren, oder präzise an deiner Schwelle arbeitest, um den ‚Motor‘ zu vergrössern: Du setzt genau die richtigen Trigger für deinen Körper.

Zudem gilt auf der Rolle das Prinzip der ‚No Junk Miles‚. Da es keine Ampeln gibt und du nie bergab rollst, musst du permanent treten. Die Belastungsdichte ist deutlich höher. Erfahrungsgemäss sind 60 Minuten konzentriertes Wintertraining auf dem Rad (indoor) oft so effektiv wie 90 Minuten draussen. Du nutzt deine Zeit also maximal effizient – perfekt für alle, die Training, Job und Alltag unter einen Hut bringen müssen.

Die richtigen Tools und warum Diagnostik der Schlüssel ist

Heutzutage hast du unzählige Möglichkeiten, dein Smart Training über verschiedene Apps zu steuern. Es muss aber nicht immer ein teures Abo sein. Die einfachste und kostengünstigste Option bietet oft schon dein Equipment selbst: Wenn du ein Garmin-Gerät nutzt, kannst du über Garmin Connect deine Trainingsblöcke selbst erstellen, auf den Radcomputer laden und den Smart Trainer entsprechend steuern lassen.

Noch einfacher geht es, wenn du dir einen strukturierten Plan holst, beispielsweise über unseren Trainingsplan Selfcoaching. So bekommst du professionelle Vorgaben, die du direkt abfahren kannst.

Doch Vorsicht: Ein Plan ist nur so gut wie die Daten, auf denen er basiert. Viele Athleten orientieren sich rein an der FTP (Functional Threshold Power). Dieser Wert kann jedoch schwierig zu interpretieren sein und zeigt nur die halbe Wahrheit. Deshalb empfehle ich dir dringend, zuerst eine saubere Leistungsdiagnostik zu absolvieren, um deine individuellen Trainingszonen zu bestimmen.

Warum ist das so wichtig? Weil zwei Fahrer mit der gleichen FTP physiologisch völlig unterschiedlich funktionieren können:

  • Der ‚Hoch-Kapazitive‘: Hast du eine sehr hohe glykolytische Kapazität (Vlamax), ist deine Schwelle oft niedriger, weil du viele Kohlenhydrate verbrauchst. Dein Training muss ganz anders aussehen, um diese Kapazität zu senken und die Schwelle zu heben.
  • Der ‚Ökonom‘: Hast du bereits ein sehr ökonomisiertes Stoffwechselprofil, brauchst du andere Reize, um dich weiterzuentwickeln.

Nur wenn du weisst, wie dein Motor funktioniert, kannst du im Wintertraining auf dem Rad an den richtigen Stellschrauben drehen und deine Zeit effizient nutzen.

Fazit

Indoor-Training ist mehr als eine Notlösung für dunkle Tage. Es ist deine Chance, so präzise wie nie zuvor an deiner Form zu arbeiten. Mit der richtigen Diagnostik, smarten Tools und etwas Gamification vergeht die Zeit wie im Flug – und die Bestform im Frühling ist dir sicher.

Krafttraining ist kein Bodypump – worum es beim Athletiktraining für Ausdauersportler wirklich geht

Brauchen Ausdauersportler wirklich Krafttraining? Eine Frage, die noch immer viele Hobbyathleten beschäftigt – sei es im Triathlon, beim Radfahren oder Laufen. Die Antwort ist klar: Ja, aber nur, wenn richtig trainiert wird. Denn nicht alles, was nach Muskelarbeit aussieht, ist automatisch auch Krafttraining.

In diesem Blogartikel erfährst du, warum gezieltes Athletiktraining für Ausdauersportler wie Triathleten, Läufer und Radfahrer essenziell ist – und welche grundlegenden Unterschiede zwischen Kraft- und Ausdauertraining du kennen musst, um deine Leistung nachhaltig zu verbessern.

Ein weit verbreiteter Irrtum: Wenn du ein Gewicht oder einen Widerstand länger als 60 bis 75 Sekunden bewegst, trainierst du nicht Kraft, sondern Ausdauer. Bodypump-Kurse mit 4 Minuten Kniebeugen gehören also nicht ins Krafttraining, sondern in die Kategorie hochintensives Ausdauertraining.

Echter Kraftreiz entsteht erst dann, wenn du mit mindestens 50 % deines Maximalgewichts arbeitest. Wenn du dein genaues Maximalgewicht nicht kennst, hilft dir eine einfache Regel: Wenn du ein Gewicht unter voller Anstrengung länger als 90 Sekunden bewegen kannst, bist du definitiv im Ausdauerbereich.

Entscheidend ist also die richtige Wahl des Gewichts – nur so erreichst du den gewünschten Trainingsreiz. Dabei unterscheiden wir im Krafttraining für Ausdauersportler zwischen verschiedenen Trainingsformen:

  • Hypertrophietraining (10–15 Wiederholungen): Ziel ist Muskelaufbau, typischerweise im Bodybuilding.
  • IK-Training (intramuskuläre Koordination) oder Maximalkrafttraining (4–6 Wiederholungen): Fokus liegt auf der Kraftentwicklung ohne übermässige Muskelzunahme – ideal für Ausdauersportler.

Gerade für Triathleten, Radfahrer und Läufer ist das gezielte Training im IK- oder Max-Kraftbereich zentral. Auch wenn es anspruchsvoll ist, mit schweren Gewichten in niedrigen Wiederholungszahlen zu arbeiten, bringt genau diese Trainingsform den entscheidenden Unterschied in deiner Performance.

Was ist Athletiktraining und Krafttraining überhaupt?

Für dich als ambitionierter Hobbyathlet oder gesundheitsorientierter Mensch ab etwa 20 Jahren ist Krafttraining weit mehr als nur Muskelaufbau – es bildet die Grundlage für Stabilität, Bewegungskontrolle und Belastungstoleranz im Alltag wie auch im Sport. Besonders im Ausdauersport – sei es beim Laufen, Radfahren oder Triathlon – spielt Kraft eine entscheidende Rolle.

Athletiktraining umfasst dabei mehr als das klassische Hanteltraining. Es beinhaltet Übungen zur Verbesserung von Kraft, Koordination, Beweglichkeit und Rumpfstabilität – also all jenen Faktoren, die dich als Ausdauersportler effizient und verletzungsfrei bewegen lassen.

Ein Beispiel: Beim Joggen machst du etwa 180 Schritte pro Minute – das heisst, dein Körper muss 90 Mal pro Minute dein gesamtes Körpergewicht auf einem Bein stabilisieren. Ohne genügend muskuläre Stabilität entsteht eine hohe strukturelle Belastung auf deine Gelenke, Sehnen und Bänder.

Hier greift das Krafttraining für Läufer und Triathleten: Es stärkt deine funktionellen Fähigkeiten – also die Fähigkeit, Kraft gezielt und effizient in Bewegung umzusetzen. Gleichzeitig unterstützt es deine strukturelle Belastbarkeit. Das heisst, es hilft dir, Abnutzungserscheinungen vorzubeugen und länger gesund zu bleiben.

Zusammengefasst:

  • Krafttraining = Wie viel Widerstand dein Körper bewältigen kann
  • Athletiktraining = Funktionelle Ergänzung mit Fokus auf Stabilität, Mobilität und Koordination
  • Ziel = Mehr Effizienz in der Bewegung, weniger Verletzungsrisiko und bessere Leistung im Sport

Gerade für Ausdauersportler ist diese Kombination essenziell – nicht nur zur Leistungssteigerung, sondern auch für eine nachhaltige und gesunde Trainingskarriere.

Warum Ausdauersportler von Krafttraining profitieren

Wenn du diesen Blog liest, hast du wahrscheinlich bereits erkannt, dass Athletiktraining für Ausdauersportler weit mehr ist als ein nettes Zusatzprogramm. Es ist ein entscheidender Faktor, um langfristig gesund, leistungsfähig und erfolgreich zu bleiben – sei es im Triathlon, beim Laufen oder Radfahren.

Ein zentraler Vorteil: Krafttraining wirkt strukturellem Verschleiss entgegen. Während du durch dein Ausdauertraining deinen ‚Motor‘ verbesserst – sprich: deine VO₂max erhöhst – bleibt dein ‚Chassis‘, also dein Bewegungsapparat, oft zurück. Genau hier setzt gezieltes Krafttraining für Läufer, Radfahrer und Triathleten an: Es stärkt Muskulatur, Sehnen, Bänder und Gelenke – dein ganzes ‚Fahrwerk‘. Ohne diese strukturelle Stabilität wird auch der grösste Motor nicht effizient laufen.

Ein weiterer, oft unterschätzter Aspekt: Krafttraining ist aktives Anti-Aging. Mit zunehmendem Alter verlieren wir Muskelmasse und Kraft – das beginnt bereits ab dem 30. Lebensjahr. Wer dagegen steuert, erhält nicht nur seine sportliche Leistungsfähigkeit, sondern auch Lebensqualität im Alltag.

Darum empfehlen wir dir als Hobbyathlet oder ambitionierten Age-Grouper:
Zweimal pro Woche, 45–60 Minuten gezieltes Kraft- und Athletiktraining.

Dafür brauchst du nicht zwingend ein Fitnesscenter. Mit wenigen Hilfsmitteln – zum Beispiel einem Miniband, einer Langhantel oder Kettlebell – kannst du viele effektive Einheiten auch zu Hause absolvieren. In späteren Kapiteln zeigen wir dir, wie das geht.

Typische Fehler von Hobbyathleten – und wie du sie vermeidest

Auch wenn die Vorteile von Kraft- und Athletiktraining für Ausdauersportler längst wissenschaftlich belegt sind, scheitert die Umsetzung im Trainingsalltag oft an ganz praktischen Dingen. Viele Hobbyathleten – egal ob Läufer, Radfahrer oder Triathleten – machen dabei ähnliche Fehler. Die gute Nachricht: Mit ein wenig Bewusstsein lassen sich diese Stolpersteine einfach vermeiden.

1. Fehlende Regelmässigkeit

Der mit Abstand häufigste Fehler: fehlende Konsistenz. Das Krafttraining wird oft vernachlässigt oder kurzfristig durch eine zusätzliche Ausdauereinheit ersetzt. Die Folge: fehlender Reiz, keine Anpassung, kein Fortschritt. Nur mit einem regelmässigen Reiz – idealerweise zweimal pro Woche – kann sich deine Muskulatur sinnvoll entwickeln und dich im Ausdauertraining wirklich unterstützen.

2. Zu wenig Gewicht, zu viele Wiederholungen

Viele Athleten trainieren mit zu leichten Gewichten. Sie machen dann 20 oder mehr Wiederholungen und glauben, das sei Krafttraining. In Wahrheit handelt es sich dabei um intensives Ausdauertraining – der gewünschte Kraftreiz bleibt aus.

Wichtig: Du solltest mit so viel Gewicht arbeiten, dass du in einem Bereich von 4–12 Wiederholungen an deine muskuläre Grenze kommst – je nach Trainingsziel (IK oder Hypertrophie).

3. Immer dieselben Übungen – oder falsch ausgeführt

Ein weiterer Fehler: Es werden immer die gleichen Übungen gemacht – häufig unsauber ausgeführt oder nicht auf das persönliche Defizit abgestimmt. Besser wäre, regelmässig kleine Variationen einzubauen oder gezielt an Schwächen zu arbeiten.

Tipp: Lieber konsequent ein kleines, sinnvolles Übungsset durchziehen, als ständig neue Übungen auszuprobieren oder ganz auf das Training zu verzichten.

4. Zu viel Fokus auf den Core – oft mit Nebenwirkungen

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass man als Ausdauersportler vor allem den Rumpf trainieren müsse. Das stimmt nur bedingt: Ein übertrainierter Core kann Verspannungen oder sogar Rückenschmerzen verursachen, besonders wenn nicht ausgeglichen trainiert wird. Besonders ältere Athleten profitieren von einem strukturierten, individuellen Programm, das auf persönliche Schwächen abgestimmt ist.

Empfehlung: Lass dir bei Unsicherheiten ein personalisiertes Kraftprogramm erstellen – zum Beispiel durch einen erfahrenen Coach oder Physiotherapeuten. So trainierst du gezielt und effizient.

Einstieg ins Athletik- und Krafttraining – so geht’s richtig

Der beste Zeitpunkt für den Einstieg ins Athletiktraining für Ausdauersportler ist nach der Saisonpause. Genau jetzt hast du die Chance, deine muskuläre Struktur gezielt aufzubauen, Bewegungsmuster zu verbessern und deinem Körper die Grundlagen zu geben, auf denen du die nächste Saison aufbauen kannst.

Phase 1: Angewöhnung (ca. 4 Wochen)

In den ersten vier Wochen steht das Erlernen der Übungen im Vordergrund. Es geht nicht um Maximalkraft, sondern um:

  • saubere Bewegungsausführung
  • Arbeiten über die vollständige Bewegungsamplitude
  • Verbesserung der inter- und intramuskulären Koordination

Tipp: Nutze die Pausen zwischen den Übungen nicht für das Handy, sondern für kurze Beweglichkeitseinheiten – z. B. mit Yoga-Flows oder spezifischen Mobility-Übungen. So bleibst du dynamisch und förderst deine Regeneration aktiv.

Phase 2: Hypertrophie (ca. 4–8 Wochen)

Wenn dein nächster Wettkampf noch etwas entfernt ist, kannst du im Anschluss gezielt Muskelmasse aufbauen. Diese Phase dient als Grundlage für spätere Kraftentwicklungen und verbessert deine strukturelle Belastbarkeit.
Ziel: 8–12 Wiederholungen mit moderat-hohem Gewicht – Muskelermüdung am Satzende.

Phase 3: IK- und Max-Krafttraining (ab Woche 9+)

Jetzt wird es sportartspezifisch. In dieser Phase geht es um maximale Kraftentwicklung ohne unnötigen Muskelzuwachs – ideal für Triathleten, Läufer und Radfahrer.

  • IK-Training: 4–6 Wiederholungen, Fokus auf saubere Technik und hohe Aktivierung
  • Split-Training: Bei ausreichend Trainingszeit kannst du gezielt einzelne Muskelgruppen ansprechen – z. B. vordere und hintere Oberschenkel separat

In den Wintermonaten (Januar bis März) ist diese Phase ideal, um deine Kraftbasis für die Saison zu legen.

Phase 4: Wettkampfnahe Anpassung (ab Frühling)

Sobald die Wettkampfsaison näher rückt, empfehlen wir den Wechsel auf ein sportartspezifisches Athletiktraining für Triathleten und Läufer. Jetzt liegt der Fokus auf:

  • Sprungkraft (z. B. Seilspringen, Plyometrie)
  • Stabilität (v. a. Fuss-, Knie- und Rumpfstabilität)
  • Bewegungskontrolle und Impaktresistenz beim Laufen

Ziel ist es, die strukturelle Belastbarkeit für Wettkämpfe zu erhalten – ohne übermässige Ermüdung durch zu intensive Krafteinheiten.

Saisonverlauf und Übergang

In der zweiten Saisonhälfte (z. B. August, September) kann das Krafttraining schrittweise reduziert werden. Es spricht nichts dagegen, Einheiten punktuell durch Yoga oder Mobility-Sessions zu ersetzen. Danach folgt die Saisonpause – und der nächste saubere Aufbau beginnt.

Wie sich Kraft- und Athletiktraining für Triathleten, Läufer und Radfahrer unterscheidet

Ein effektives Athletiktraining für Ausdauersportler ist niemals ‚one size fits all‘. Ob du vor allem läufst, Rad fährst oder im Triathlon unterwegs bist – dein Trainingsschwerpunkt sollte sich immer an der Belastungsform deiner Sportart orientieren.

Impact vs. Non-Impact – der wichtigste Unterschied

Der zentrale Unterschied: Impact.

  • Radfahren ist eine sogenannte Non-Impact-Sportart – dein Bewegungsapparat wird kaum durch Stösse oder Schläge belastet.
  • Laufen, Trailrunning und grosse Teile des Triathlons sind Impact-Sportarten – bei jedem Schritt wirken hohe Kräfte auf dein Skelett, deine Gelenke, Sehnen und Muskeln.

Was bedeutet das für dein Krafttraining?

Krafttraining für Radfahrer

Als Radfahrer, insbesondere als Ultracycler, profitierst du besonders von gezieltem Muskelaufbau, da du keine starke Gewichtslast auf deine Gelenke hast.
Fokus:

  • Maximalkraft in Bein- und Rumpfmuskulatur
  • Ausgleichstraining für Nacken, Schulter und Rücken
  • Prävention gegen Verspannungen bei langen Ausfahrten

Gerade Nackenmuskulatur und obere Rückenmuskulatur sind oft zu schwach – was bei langen Touren (z. B. 20+ Stunden) zu massiven Beschwerden führen kann. Mehr dazu findest du in unserem Blog zum Krafttraining für Ultracycler [Link einfügen].

Athletiktraining für Läufer und Triathleten

Beim Laufen steht die Strukturstabilität im Vordergrund: Fuss-, Knie- und Hüftgelenke müssen bei jedem Schritt ein Mehrfaches deines Körpergewichts abfedern.
Fokus:

  • Verletzungsprophylaxe durch gezielte Kräftigung der stabilisierenden Muskulatur
  • Fuss- und Sprunggelenksstabilität
  • Plyometrie, Seilspringen und Sprungübungen
  • Rumpfstabilität – aber mit Augenmass, um Überverspannung zu vermeiden

Gerade beim Trailrunning ist zusätzlich zur Kraft auch Koordination und Reaktivkraft entscheidend, um das Verletzungsrisiko im Gelände zu minimieren.

Gewicht und Muskelmasse – der richtige Mittelweg

  • Radfahrer und Triathleten profitieren oft von etwas mehr Muskulatur – 2–3 kg zusätzliche Muskelmasse können hier durchaus sinnvoll sein, um die Gesamtbelastung zu reduzieren und mehr Energiespeicher aufzubauen.
  • Läufer, insbesondere auf langen Strecken oder im Gelände, müssen dagegen mit jedem zusätzlichen Kilo mehr ‚tragen‘. Hier gilt: funktionelle Kraft ja, aber ohne überflüssigen Muskelzuwachs.

Fazit – warum jetzt der beste Zeitpunkt für den Einstieg ist

Egal, ob du dich gerade in der Wettkampfphase, Off-Season oder im Winteraufbau befindest – der beste Zeitpunkt für den Einstieg ins Athletiktraining für Ausdauersportler ist immer jetzt. Entscheidend ist nicht, wo du stehst, sondern dass du beginnst – und dann dranbleibst.

Wie bereits mehrfach erwähnt, ist die Konsistenz der Schlüsselfaktor: Zwei strukturierte Einheiten Kraft- oder Athletiktraining pro Woche reichen aus, um grosse Wirkung zu erzielen. Dabei musst du nicht immer ins Fitnesscenter – mit einem klugen Setup funktioniert das auch zu Hause.

Wenn du mal wenig Zeit hast, kannst du auch eine Laufeinheit durch Krafttraining ersetzen. Gerade im Laufsport wird häufig zu viel gelaufen und zu wenig stabilisiert – dabei ist es oft genau dieses strukturelle Defizit, das zu Verletzungen führt.

Achtung: Lieber eine Stunde weniger Laufen – dafür eine Stunde gezielt Krafttraining für Läufer.

Auch Yoga oder Mobility-Sessions können das Training sinnvoll ergänzen – vor allem in Phasen, in denen dein Körper mehr Regeneration braucht.

Und nicht zuletzt: Krafttraining ist dein persönliches Anti-Aging-Programm. Wer auch im Alter stark bleibt, bleibt beweglich, widerstandsfähig und leistungsfähig – im Sport wie im Alltag.

In unseren Self-Coaching-Trainingsplänen ist das Krafttraining bereits sinnvoll integriert. Schau dich gerne bei uns um und finde dein passendes Trainingsprogramm – abgestimmt auf dein Ziel, deinen Sport und deine verfügbaren Ressourcen.

Viele Ausdauersportler investieren viel Zeit und Energie in ihr Training. Trotzdem bleibt der gewünschte Fortschritt manchmal aus – oder er zerbricht kurz vor dem Wettkampf an kleinen, aber entscheidenden Details.

Leistungssteigerung im Ausdauersport ist kein Zufall. Sie entsteht durch ein System, das Training, Ernährung, mentale Stärke und Umfeld gleichermassen berücksichtigt. Genau hier setzt Sportcoaching an. Es verbindet alle relevanten Faktoren zu einem Prozess, der dir hilft, langfristig stärker, gesünder und erfolgreicher zu werden.

Video: Regelkreis im Sportcoaching

Ein zentrales Werkzeug dabei ist der Regelkreis im Sportcoaching. Er beschreibt den Prozess von Ist-Analyse über Zielsetzung, Planung, Umsetzung bis hin zum Monitoring. Dieses Modell hilft dir, deine Entwicklung strukturiert zu steuern und nachhaltig deine Ausdauerleistung zu steigern.

Im folgenden Video erhältst du in knapp neun Minuten eine präzise Erklärung dieses Regelkreises. Es zeigt dir, wie du deine Entwicklung systematisch steuern und deine Leistungsfähigkeit Schritt für Schritt verbessern kannst.

Die vier Säulen der Leistungssteigerung

Physis – Training und Technik

Deine körperliche Basis entscheidet, wie weit du kommst. Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Technik bilden die Grundlage für deine sportliche Entwicklung. Wer effizient läuft, Rad fährt oder schwimmt, spart Energie und kann die Leistung besser abrufen.

Ein Beispiel: Mit sauberer Technik in der Tretbewegung verbesserst du deine Ökonomie. Hier hilft dir das Modell runder Tritt. Auch die Wahl der passenden Trainingsmethoden – etwa 3- vs. 5-Zonen-Modell – macht einen grossen Unterschied. Ergänzt durch eine klare Trainingsstrategie und eine durchdachte Belastungssteuerung entwickelst du Schritt für Schritt mehr Power.

Ernährung – Energie und Balance

Ohne Energie keine Leistung. Ernährung ist weit mehr als nur Essen – sie ist dein Treibstoff im Alltag, im Training und im Wettkampf. Viele Athleten unterschätzen diesen Faktor und wundern sich über Einbrüche.

Besonders wichtig ist die Frage: Wie viele Kohlenhydrate bei welcher Leistung? Im Alltag unterstützen dich praktische Tipps für das richtige Essen, damit du konstant leistungsfähig bleibst. Und wenn es um lange Wettkämpfe geht, ist ein Ernährungsdrehbuch entscheidend, damit du an deinem Raceday nicht einbrichst.

Psyche – mentale Stärke entwickeln

Oft entscheidet nicht die Fitness, sondern der Kopf. Mentale Stärke ist der unsichtbare Faktor, der dich über die Ziellinie bringt.

Motivation kann aus dir selbst kommen oder von aussen. Wenn du wissen willst, wie du durch klare Zielsetzung mehr Drive bekommst, lies hier: Motivation von aussen mit der richtigen Zielsetzung. Routinen, mentale Tools und Erholungsphasen helfen dir, Nervosität zu überwinden und fokussiert zu bleiben. Rückschläge gehören dazu – doch Resilienz bedeutet, daraus Motivation zu schöpfen und stärker zurückzukommen.

Umfeld – Rahmenbedingungen gestalten

Selbst das beste Training bringt wenig, wenn das Umfeld nicht passt. Schuhe, Bike oder Kleidung sind keine Nebensachen, sondern Grundlagen. Mit schlechtem Material riskierst du Verletzungen oder Leistungseinbussen.

Auch dein soziales Umfeld spielt eine Schlüsselrolle: Familie und Freunde geben Rückhalt, ein strukturierter Alltag schafft Raum für dein Training. Berufliche Verpflichtungen müssen in deine Planung einfliessen, damit Training realistisch bleibt. Und auch die finanziellen Mittel sind Teil der Gleichung – was bist du bereit, für deine Gesundheit und deine Power zu investieren?

Leistungssteigerung im Ausdauersport

Sportcoaching: Dein Weg zur Leistungssteigerung

Die vier Säulen entfalten ihre Wirkung erst im Zusammenspiel. Vernachlässigst du eine davon, bricht das System ein. Genau hier setzt Sportcoaching an: Es sorgt dafür, dass Physis, Ernährung, Psyche und Umfeld bewusst gesteuert und in Balance gebracht werden. Anstatt planlos zu trainieren, folgst du einem strukturierten Prozess, der immer wieder überprüft und angepasst wird.

Das Herzstück ist der Regelkreis im Sportcoaching – ein dynamischer Ablauf, der dir hilft, deine Entwicklung nachhaltig zu steuern:

Ist-Analyse – Wo stehst du aktuell?
Am Anfang steht die Standortbestimmung. Dazu gehören eine Leistungsdiagnostik, Trainingsdaten aus Puls, Watt oder Pace, aber auch dein subjektives Empfinden. Erst wenn klar ist, wo du stehst, kannst du den nächsten Schritt planen.

Zielsetzung – Was willst du erreichen?
Ziele sind das Fundament deiner Motivation. Ob du einen Halbmarathon unter zwei Stunden laufen, deine Radleistung steigern oder einen Ironman finishen möchtest – kurz-, mittel- und langfristige Zielsetzungen geben deinem Training Richtung.

Planung – Struktur schafft Fortschritt
Hier werden Trainingsmethoden, Ernährungsstrategien und mentale Tools in einen konkreten Plan übersetzt. Periodisierung, Alltagsintegration und Regenerationsphasen sorgen dafür, dass Fortschritte messbar und realistisch bleiben.

Umsetzung – Training leben
Die beste Planung bringt wenig, wenn sie nicht in deinen Alltag passt. Im Sportcoaching geht es darum, Training, Beruf und Familie so zu verbinden, dass aus Theorie ein realistischer und nachhaltiger Trainingsprozess wird.

Monitoring – Erfolg kontrollieren und anpassen
Regelmässiges Feedback ist entscheidend. Trainingsergebnisse, Wohlbefinden oder Schlafqualität zeigen, ob die Strategie funktioniert. Schwächen werden erkannt, Anpassungen vorgenommen – so bleibst du auf Kurs.

Dieser Prozess ist keine gerade Linie, sondern ein Kreislauf. Nach jeder Runde beginnt er neu – angepasst an deine Fortschritte. Mit jeder Umdrehung steigst du auf ein höheres Level. So stellst du sicher, dass du deine Ausdauerleistung steigern kannst und dich kontinuierlich weiterentwickelst.

Leistungssteigerung im Ausdauersport

Fazit: Ganzheitliche Leistungssteigerung im Ausdauersport

Die Leistungssteigerung im Ausdauersport gelingt nur dann, wenn Physis, Ernährung, Psyche und Umfeld im Gleichgewicht sind. Vernachlässigst du eine Säule, bricht das ganze System zusammen. Mit professionellem Sportcoaching bringst du diese Bereiche in Einklang – sie verstärken sich gegenseitig und ermöglichen dir, dein Potenzial Schritt für Schritt zu entfalten.

Wenn du deine Ausdauerleistung nachhaltig steigern möchtest, lohnt es sich, den nächsten Schritt bewusst zu planen. Sportcoaching unterstützt dich dabei, Ziele klar zu definieren, Stärken auszubauen und Schwächen gezielt anzugehen – für eine Entwicklung, die Leistung und Freude am Sport verbindet.

Leistungssteigerung im Ausdauersport

Schmerzen im Training und Wettkampf, wie gehe ich damit um

Schmerzen, dieses Gefühl hast du sicher fast jeden Tag in der einen oder anderen Form. Den physischen Schmerz erlebst du in vielen Facetten und Lebenslagen. Zum Beispiel beim Training, wenn nach einer längeren Belastung die Füsse schmerzen. Oder wenn du dich im Alltag irgendwo anstösst. Im Blog geht es um den Schmerz, welchen du oft im Training erlebst. Schmerz der beispielsweise ein Vorbote von Verletzungen sein kann, dir aber auch hilft den Trainingsaufbau optimal zu gestalten. 

Was ist Schmerz?

‚Schmerz ist eine komplexe subjektive Sinneswahrnehmung, die als akutes Geschehen den Charakter eines Warn- und Leitsignals aufweist und in der Intensität von unangenehm bis unerträglich reichen kann‘ (Zitat wikipedia.org, zum Thema Schmerz).
Schmerzen sind also physiologisch betrachtet, Sinneswahrnehmungen welche dich wissen lassen, dass in deinem Körper etwas nicht stimmt. Ein Körperteil erfordert auf irgendeine Art und Weise deine Aufmerksamkeit.  

Schmerzen im Training  – Freund oder Feind?

Umgang mit dem Gefühl Schmerz im Training

Während einem intensiven Training sendet uns der Körper Schmerz-Signale. Um einen Trainingsreiz zu setzen, übersteuern wir diese Signale jedoch bewusst. Würde man hier das Training unterbrechen, wäre der Trainingsreiz nicht effektiv. Würde aber im gleichen Training das Knie immer mehr schmerzen und wir ignorieren dies bis zum Trainingsabbruch wegen Schmerzen, könnte dies ernsthaft negative Folgen haben.

Deshalb ist es wichtig diese verschiedene Schmerz-Signale richtig einzuordnen.

Basiert der Schmerz auf einer hohen Laktatbildungsrate, wenn du also sehr intensive unterwegs bist und du dadurch verschiede Stoffwechselprozesse optimieren möchtest, gilt es den Schmerz auszuhalten. Sonst werden die gewünschten biomechanischen Prozesse nicht richtig getriggert. 

Mit solchen Trainings werden hauptsächliche funktionelle Anpassungen im Körper erzwungen. Deshalb sollte dieser Schmerz ausgehalten werden. 

Schmerzen im Training

High-Impact-Sport versus Low-Impact-Sport; Schmerzen in der Körperstruktur (Bänder, Sehnen, Gelenke) 

Laufen ist ein High-Impact-Sport. Hier gelten etwas andere Regeln als bei Low-Impact Sportarten, wie Schwimmen oder Radfahren. Beim Laufen werden, durch ständige Stossbelastungen Gelenke, die Sehnen und Bänder viel mehr belastet, als auf dem Rad oder beim Schwimmen. Wir sprechen hier von strukturellen Belastungen, deren Aufbau immer länger dauert als funktionelle Anpassungen. Darum ist es gerade in den High-Impact-Sportarten wichtig die Schmerzen korrekt zu interpretieren.  

Beim Laufen zeigt dir der Schmerz klar, dass ein Körperteil deine Aufmerksamkeiten erfordert, gerade wenn es in deiner Struktur (Bänder, Sehnen, Gelenke) ist.

Das folgende Beispiel zeigt dir, welche Konsequenzen ein ignorierter Schmerz haben kann:
Am Anfang war der Schmerz in der Ferse, nach einem Marsch in ungewohntem Schuhwerk einfach mal so spürbar. Keine grosse Sache, dieser ging nach den Marsch wieder weg. Bei den nächsten Trainings sendete der Köper ein Signal, dass die Ferse wieder schmerzt… aber es war aus haltbar und so wurde über Monate mit Schmerzen weiter trainiert bis es dann zu einer akuten Entzündung im Schleimbeutel kam und das Lauftraining ausgesetzt werden musste.

Manche Athleten neigen dazu den Schmerz solange zu ignorieren, bis die Schmerzen permanent bleiben. Die Konsequenz ist, dass das Trainings oder sogar Wettkämpfe auf einmal nicht mehr möglich sind, weil die Schmerzen zu heftig sind.

Das heisst, es ist (meistens) zu spät um das Lenkrad in einer vernünftigen Zeit herumzureissen. Eine (längere) Trainingspause muss eingelegt werden, weil der Körper Zeit braucht bis es wieder gut ist… 

Schmerzen sind deshalb nicht unser Feind sondern unser Freund. Wenn du die Schmerz-Singale deines Köpers richtig deutest, kannst du viele Verletzungen vermeiden und so einen optimalen Trainingsaufbau erlangen. 

Was mache ich wenn es zieht und zwickt? 

Low-Impact-Sportarten wie Radfahren bieten hier die ideale Lösung. Ein Training auf der Laufbahn kann sehr gut durch ein  (Rad)Rolle ersetzt werden. Mit den richtigen Reizen kann man sportunabhängig relativ gut eine funktionelle Anpassung erzwingen. VO2max Steigerung oder Regulierung der Vlamax können Läufer:innen deshalb gut auf der (Rad)Rolle beeinflussen.

Funktionelle und strukturelle Anpassungen 

Mit Trainingsreizen wollen wir in unserer Sportart schneller und besser werden. D.h. wir werden, mit dem richtigen Training, immer schneller und auch kräftiger. Allerdings hinkt die strukturelle Anpassung hinterher, diese Anpassung braucht länger. D.h. in ein paar Wochen kannst du, mit gezieltem Training und mehr Umfang, deinen VO2max um 10% verbessern. Deine Sehnen und Bänder brauchen jedoch wesentlich länger, um der grösseren Belastung Stand zu halten. Deshalb musst du dein Augenmerk besonders auf die Körperstruktur legen. 

Schmerzen im Training

Wann soll ich das Training abbrechen? Eine Schmerztabelle hilft dir dabei

Kommt es bei deinem Training zu den oben beschriebenen strukturellen Schmerzen, ist es sehr wichtig diese nun genau einzuordnen. Auch Schmerzen in Bänder, Gelenken und Sehen sollten bis zu einem gewissen Grad ausgehalten werden. Denn so wird die betreffenden Struktur aufgebaut.
Um die Schmerzen präzise einzuordnen arbeitest du deshalb am besten mit einer Schmerztabelle. Auf einer Skala 1 (kein Schmerz) bis 10 ( verletztes Körperteil kann absolut nicht mehr beansprucht werden) kannst du deine Schmerzen einordnen. Am Ende des Blogs findest du die MY sport Schmerztabelle mit den Schmerzintensitäten 1-10 und was es für das Training bedeutet.  

Schmerzempfinden 1-4
1-4 ist gut, das Training ist problemlos möglich und bringt dich weiter.

Schmerzempfinden 5-6

Sind deine Schmerzen über längere Zeit auf 4 oder 5-6, ist es ratsam das Training anzupassen und die Ursache abzuklären.

Schmerzempfinden ab 7

Ignorierest du die Schmerzen läufst du Gefahr, dass sich diese Richtung 10 verschieben. Eine Trainingspause und der anschliessende Aufbau ist dann nötig.

Beobachte deshalb deine Schmerzen und beurteile sie anhand der Skala 1-10, damit du einen guten Umgang mit dem Schmerz pflegen kannst. So kannst du Schmerzen richtig einschätzen und einen gesunden Umgang mit diesen pflegen.

Wie gehe ich mit Schmerzen nach einer Verletzungspause um?

Wenn du nach einer Verletzungspause dein Training wieder startest, ist es wichtig dich an der Schmerztabelle zu orientieren. Es ist natürlich, dass du bei der Wiederaufnahme des Trainings dich auf die ehemals verletzte Stelle konzentrierst. Es kann sein, dass du den Schmerz falsch interpretierst (als zu stark einordnest) und mit einer Schonhaltung trainierst. Deshalb ist es wichtig in der Aufbauphase anhand der Schmerztabelle zu trainieren. Bis 4 ist kein Problem. So kannst du die Schmerzen richtig einschätzen und die Belastung richtig setzten, damit der Aufbau gewährleistet ist.

Körpersignale-Check – lerne Deinen Körper besser kennen

Dein Körper gibt Dir ständig Signale – manchmal in Form von Schmerzen. Mit dem Körpersignale-Check lernst Du, diese Botschaften besser einzuordnen und Dich selbst bewusster einzuschätzen. So findest Du schneller das richtige Mass zwischen Belastung und Erholung und unterstützt Deine langfristige Entwicklung im Sport.

Tabelle als PDF herunterladen

Die Trainingszone GA1 (Grundlagenausdauer 1) bezeichnet eine niedrige, aber stetige Belastungsintensität im unteren aeroben Bereich. Sie bildet das Fundament jeder ernsthaften Ausdauerplanung – egal ob für Triathlon, Langdistanz oder ambitionierte Bergtouren mit dem Rennrad.

Moderne Trainingssysteme, wie das weit verbreitete 5-Zonen-Modell, ordnen GA1 typischerweise der Zone 2 zu. Die Einteilung basiert auf physiologischen Messgrössen wie Herzfrequenz, Laktatkonzentration und Sauerstoffaufnahme (VO₂):

GA1 im 5-Zonen-Modell

Die fünf Trainingszonen im Überblick:

  • Zone 1 – Regeneration (sehr leicht):
    Sehr niedrige Intensität, primär für aktive Erholung. Laktat bleibt unter 1.5 mmol/l.
  • Zone 2 – GA1 / Fettstoffwechseltraining:
    Niedrige bis moderate Intensität zur gezielten Entwicklung der aeroben Kapazität. In dieser Zone liegt meist auch das individuelle Fatmax – der Punkt maximaler Fettverbrennung.
  • Zone 3 – GA2 / extensive Ausdauer:
    Belastung nahe der aeroben Schwelle. Laktat steigt moderat, kann aber noch effizient abgebaut werden.
  • Zone 4 – Schwellenbereich:
    Intensität an der anaeroben Schwelle (Laktat-Steady-State). Produktion und Abbau von Laktat sind im Gleichgewicht.
  • Zone 5 – Hochintensiv / VO₂max:
    Kurze, sehr intensive Belastungen oberhalb der Schwelle mit starkem Laktatanstieg.

GA1 ist damit mehr als nur ‚langsames Training‘. Es ist die Zone, in der die grössten Anpassungen für die Langzeitentwicklung deiner Ausdauerleistung stattfinden – insbesondere auf zellulärer Ebene (Mitochondrienbildung, Kapillarisierung, Fettstoffwechsel).

GA1 im 5-Zonen-Modell

Das Bild zeigt die Entwicklung eines Athleten (Inkl. der 5 verschiedenen Zonen)

Methoden zur Bestimmung des GA1-Bereichs

Der GA1-Bereich lässt sich auf verschiedenen Wegen bestimmen. Die Wahl der Methode hängt von deinem Trainingslevel, deinen verfügbaren Messinstrumenten und deinen Zielen ab. Wichtig zu verstehen: GA1 ist keine fixe Zahl, sondern ein individueller Bereich, der sich mit deiner Leistungsentwicklung verschiebt.

1. Herzfrequenzbasierte Methode (klassisch, aber ungenau)

Im Hobbysport weit verbreitet: Die Berechnung des GA1-Bereichs anhand der maximalen Herzfrequenz (HFmax). Typischerweise liegt GA1 bei 55–80 % der HFmax.

Beispiel: HFmax = 190 → GA1-Bereich = ca. 105–152 Schläge/Min.

Limitierungen: Die Herzfrequenz ist anfällig für Störfaktoren wie grosser Trainingsbelastung, Stress, Koffein, Schlafmangel oder Hitze. So kann ein Training mit gleichem Puls heute zu locker, morgen zu intensiv sein. Zudem ist die HFmax-Schätzung per Faustformel (‚220 – Alter‘) oft ungenau.

2. Leistungsbasiert: Training nach Watt (v. a. im Radsport)

Im Radsport ist die Functional Threshold Power (FTP) ein gängiger Referenzwert. Sie gibt an, welche Leistung ein Athlet theoretisch eine Stunde lang maximal aufrechterhalten kann. Zur Bestimmung der FTP wird häufig ein 10- bis 20-minütiger All-out-Test verwendet, dessen Ergebnis dann mit einem Korrekturfaktor (z. B. 0.95) extrapoliert wird.

GA1 entspricht bei dieser Methode etwa 55–75 % der FTP.

Beispiel: FTP = 280 W → GA1-Bereich ≈ 155–210 Watt

Aber Achtung:
Die FTP ist ein technischer Näherungswert und nicht mit der aeroben Schwelle gleichzusetzen. Sie liegt in den meisten Fällen deutlich über der aeroben Schwelle. Wer seine Trainingsbereiche direkt von der FTP ableitet, riskiert, im vermeintlichen GA1-Bereich tatsächlich zu intensiv zu trainieren – besonders dann, wenn die anaerobe Kapazität überdurchschnittlich hoch ist.

Eine genaue Bestimmung der aeroben Schwelle ist nur über eine Leistungsdiagnostik möglich – z. B. mittels Laktatstufentest oder Spiroergometrie. Nur so lassen sich Überlastung und Fehlsteuerung vermeiden.

3. Subjektive Wahrnehmung: Die Borg-Skala

Eine einfache, aber sehr hilfreiche Methode: die Borg-Skala (Skala 6–20). GA1 entspricht etwa dem Bereich 10–13: ‚locker‘ bis ‚etwas anstrengend‘.

Praxischeck: Du solltest dich während des Trainings problemlos unterhalten können. Sobald die Atmung schwerer wird und du nur noch kurze Sätze sprechen kannst, verlässt du den GA1-Bereich.

4. Goldstandard: Leistungsdiagnostik

Die leistungsdiagnostische Untersuchung ist die genaueste Methode zur Bestimmung deines GA1-Bereichs. Dabei werden u. a. folgende Parameter erfasst: Laktatwerte zur Bestimmung der Schwellen / VO₂max und der individuelle Fatmax-Punkt / Vlamax – die maximale Laktatbildungsrate.

Ein niedriges Vlamax ist im Ausdauersport vorteilhaft, da es die Fettverbrennung optimiert und das aerobe System stärkt.

Vorteile:

Exakte Bestimmung individueller Trainingszonen (inkl. GA1) – Aussagekräftige Analyse von Fett-/Kohlenhydratstoffwechsel – Fundierte Basis für Trainings- und Ernährungsstrategien

Bild, Borg Skala nach Gunnar Anders Valdemar Borg

Bild, Borg Skala nach Gunnar Anders Valdemar Borg


Überpacen – Ein häufiger Fehler im GA1-Training

Viele ambitionierte Athletinnen und Triathleten trainieren im Alltag zu intensiv, ohne es bewusst zu merken. Was als GA1 gedacht war, wird unbewusst zu GA2 oder sogar Schwellentraining – mit negativen Folgen für den Fortschritt.

Warum passiert das?
Trainingsgefühl: Wer nicht ins Schwitzen kommt oder sich verausgabt, zweifelt am Nutzen der Einheit.
Wettkampforientierung: Das Bedürfnis, schneller zu werden, führt zu übertriebenen Intensitäten.
Soziale Medien: Plattformen wie Strava verleiten zum Vergleich – doch die Werte von Profiathletinnen und -athleten sind nicht 1:1 übertragbar.

Die Folgen:
Die aerobe Basis bleibt unterentwickelt.
Der Fettstoffwechsel wird nicht optimal gefördert.
Ermüdung und Übertraining schleichen sich ein – oft unbemerkt.

Praxis-Tipp:
Etwa 50–95 % der Trainingszeit sollten im GA1-Bereich absolviert werden. Die oft zitierte 80/20-Regel – 80 % locker, 20 % intensiv – eignet sich gut als Orientierung, wenn du zwischen 8 und 12 Stunden pro Woche trainierst.

Bei geringerem Umfang (z. B. nur 4 Stunden/Woche) kannst du problemlos 1,5 bis 2 Stunden intensiv trainieren – der Körper hat genügend Zeit zur Regeneration.
Bei 8–12 Stunden passt die klassische Verteilung (z. B. 2–2,5 Stunden intensiv, der Rest GA1) meist sehr gut.
Bei sehr hohem Trainingsvolumen (20–30 Stunden/Woche) sollte der Anteil oberhalb der Schwelle nicht mehr als ca. 2 Stunden betragen, um eine Überlastung des metabolischen Systems zu vermeiden.

Beispiel:
Wer 20 Stunden pro Woche trainiert, sollte nicht mehr als 2 Stunden im Schwellen- oder Intensivbereich verbringen. Alles darüber hinaus erhöht das Risiko für Übertraining und ineffiziente Adaption.


GA1 in verschiedenen Sportarten

Die Art der Sportart beeinflusst nicht nur die Belastung des Körpers, sondern auch die Verträglichkeit und Dauer von GA1-Einheiten. Besonders wichtig ist dabei die mechanische Beanspruchung, also der sogenannte ‚Impact‘ auf den Bewegungsapparat.

Laufen – hohe muskuläre Belastung

Beim Laufen wirken bei jedem Schritt Stoßkräfte auf Gelenke, Sehnen und Muskeln. Deshalb ist die Belastungsverträglichkeit im GA1-Bereich limitiert – besonders bei längeren Einheiten.

Empfehlung:
GA1-Einheiten beim Laufen sollten regelmässig, aber nicht übertrieben lang sein.
Nach intensiven Tagen lieber einen lockeren Radblock einbauen, um den Bewegungsapparat zu entlasten.

Radfahren – ideal für langes Grundlagentraining

Das Radfahren ist eine nicht-impactlastige Ausdauersportart, was bedeutet: weniger orthopädischer Stress, aber trotzdem sehr gute Stoffwechselreize – ideal für lange GA1-Einheiten.

Vorteile:
Lange Ausfahrten von 3–6 Stunden im GA1-Bereich sind problemlos möglich.
Auch zur aktiven Regeneration nach harten Läufen oder Wettkämpfen sehr gut geeignet.
Kombination mit Ernährungsexperimenten möglich (z. B. Fatmax-Training, Low-Carb-Blöcke).

Fazit: Je impactreicher die Sportart, desto dosierter sollte GA1 trainiert werden. – Je niedriger die mechanische Belastung, desto länger und flexibler lassen sich GA1-Reize setzen.


Was passiert biochemisch im GA1-Bereich?

Unser Körper nutzt zur Energiegewinnung zwei Hauptquellen: Fette und Kohlenhydrate (KH). Welche davon bevorzugt werden, hängt massgeblich von der Trainingsintensität ab.
• Im GA1-Bereich wird Energie primär aus Fett gewonnen – bei moderater KH-Zufuhr.
• Mit steigender Intensität verschiebt sich das Verhältnis stark zugunsten der Kohlenhydrate, da sie schneller verfügbar sind.

Zwei Energiespeicher, zwei Strategien:

• Fett: riesiger Speicher, aber mit langsamem ‚Abfluss‘
• Kohlenhydrate (Glykogen): begrenzter Speicher, aber schnell verfügbar

Bildlich gesprochen:
Du hast einen riesigen Dieseltank (Fett) mit schmalem Hahn und einen kleinen Benzintank (KH) mit breitem Hahn. Je intensiver die Belastung, desto mehr zapfst du den kleinen Tank an – der ist nach rund 90 Minuten an der Schwelle leer.


Ziel des GA1-Trainings:

Den ‚Hahn‘ am Fett-Tank weiter öffnen – also den Fettstoffwechsel verbessern.
Die KH-Speicher schonen – damit sie bei intensiven Belastungen zur Verfügung stehen.
Die Fähigkeit zur energetischen Balance bei langen Belastungen optimieren.

Typischerweise liegt der Energieverbrauch im GA1-Bereich etwa bei 60 % Kohlenhydrate und 40 % Fett. Mit gezieltem Training und Ernährung (z. B. Low-Carb-Einheiten) kann sich dieses Verhältnis zugunsten der Fettverwertung verschieben.

Ernährung im Ausdauersport

Stoffwechsel Darstellung

Fett ist eine riesige Energiequelle mit grossem Speicher, aber kleinem Abfluss. Kohlenhydrate verfügen über einen kleinen Speicher, sind dafür bei intensiven Belastungen über einen grossen Abfluss schnell verfügbar.


Schwellentraining sinnvoll kombinieren

Während GA1 den Grossteil deines Trainingsumfangs abdecken sollte, spielt auch das gezielte Schwellentraining eine wichtige Rolle. Entscheidend ist jedoch das richtige Mass – abhängig von deinem wöchentlichen Gesamtpensum.

Schwellentraining bei begrenztem Umfang (4–8 Std./Woche)

Wer pro Woche nur wenige Stunden zur Verfügung hat, kann gezielt intensiver trainieren:
• Beispiel: Bei 4 Stunden Gesamtumfang können 1,5 bis 2 Stunden im Schwellenbereich sinnvoll sein.
Der restliche Anteil sollte aus GA1-Einheiten zur Grundlagensicherung bestehen.

Diese Strategie hilft, bei wenig Zeit trotzdem leistungswirksame Reize zu setzen – insbesondere für Athletinnen und Triathleten mit bereits stabiler aerober Basis.

Schwellentraining bei höherem Umfang (>12 Std./Woche)

Mit wachsendem Gesamtvolumen muss der Anteil intensiver Einheiten sinken, um Übertraining zu vermeiden:
Bei 12–15 Stunden pro Woche genügen 2–3 gezielte Schwellenblöcke à 20–40 Minuten.
Bei 20+ Stunden sollte der Schwellenanteil nicht mehr als ca. 2 Stunden betragen.

Wichtig: Die Wirkung intensiver Einheiten hängt nicht von ihrer Anzahl, sondern von ihrer Qualität und Einbettung ins Gesamtsystem ab.

Fazit:
Schwellentraining ist wichtig – aber nur im richtigen Verhältnis zum Umfang.
GA1 bleibt die Basis jedes erfolgreichen Trainingsplans.
Qualität, Erholung und Individualität sind wichtiger als ‚mehr ist besser‘.


Vlamax senken – GA1-Leistung steigern

Eine oft unterschätzte Stellschraube im Ausdauertraining ist das Vlamax, also die maximale Laktatbildungsrate. Dieser Wert beschreibt, wie stark dein Körper zur kurzfristigen Energiegewinnung auf das anaerobe System zurückgreift. Für Ausdauersportarten ist ein niedriger Vlamax-Wert vorteilhaft – er sorgt für eine effizientere Fettverbrennung und ein stärkeres aerobes Profil.

Was bringt ein niedriger Vlamax?

• Höhere GA1-Leistung bei stabiler Laktatproduktion
• Bessere Ausnutzung der Sauerstoffaufnahme (VO₂max)
• Verbesserte Fettstoffwechselrate und längere Energieverfügbarkeit
• Weniger schnelle Übersäuerung bei gleichbleibender Belastung

Konkreter Effekt: Eine Senkung des Vlamax kann die Race-Pace bei gleicher Laktatbelastung um bis zu 30–40 Watt erhöhen.

Wie senke ich mein Vlamax?

Ein niedriges Vlamax ist im Ausdauersport erstrebenswert – doch es lässt sich nicht direkt „trainieren“ wie VO₂max. Stattdessen muss der Wert über Wochen bis Monate durch eine clevere Kombination aus Trainingssteuerung und Ernährung beeinflusst werden.

Die wichtigsten Massnahmen:

Das pyramidale Trainingsmodell folgt dem Prinzip: viel locker (GA1), regelmässig im GA2 bis zur anaeroben Schwelle, aber keine Spitzenbelastungen über der Schwelle.
• Unterschwellige Intervalls gezielt einsetzen, z. B. 3×20 Min. @ 85-90 % FTP oder 90-95% Anaerobe Schwellenleistung kontrolliert und gut eingebettet.
• (Kraft)Ausdauer Blöcke einbauen: z. B. mit tiefer Kadenz am Berg im GA2 – besonders effektiv auf dem Rad.
• Ernährung steuern: KH-Zufuhr gezielt zuführen.

Wichtig: Wer sein Vlamax gezielt senken will, braucht Geduld, Struktur und individuelle Planung – kurzzeitige Effekte gibt es hier nicht.

VLamax – das fine tuning

Die Abbildung macht sichtbar, wie sich Deine metabolische Leistungsfähigkeit – insbesondere im aeroben Bereich – auch ohne eine Zunahme der VO₂max entwickeln kann.


Zusammenfassung

GA1 ist weit mehr als lockeres Training – es ist das Fundament deiner Leistungsfähigkeit. Wer diesen Bereich gezielt und konsequent trainiert, legt den Grundstein für Fortschritt auf allen Ebenen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

• GA1 bildet die Basis jeder Ausdauerentwicklung – sowohl für VO₂max als auch für Fettstoffwechsel und Ermüdungsresistenz.
• Pyramidales Trainingsmodell anwenden: viel GA1, moderates GA2/Schwelle, kaum Intensitäten über der Schwelle.
• Nicht überpacen! Die richtige Intensität ist entscheidend – wer zu schnell trainiert, riskiert Stagnation und Übertraining.
• Trainingsbereiche individuell bestimmen, idealerweise durch eine Leistungsdiagnostik (inkl. Fatmax, Vlamax, Schwellen).
• Ernährung gezielt steuern: Auch GA1-Einheiten brauchen Energie – clevere Kohlenhydratzufuhr hilft bei der Stoffwechseloptimierung.
• Kraftausdauer einbauen, z. B. mit tiefer Kadenz am Berg – besonders im Radsport wirkungsvoll.
• Geduld haben: GA1-Anpassungen brauchen Zeit – aber sie zahlen sich langfristig aus.

Empfehlung für die Praxis:
Trainiere gezielt, nicht gefühlt. Setze bewusst auf Struktur, wiederholte Grundlageneinheiten und abgestimmte Ernährung. Wer seine Zeit konsequent im richtigen GA1-Bereich verbringt, legt das stärkste Fundament für nachhaltige Leistungssteigerung – egal ob für Ironman oder Pässe-Tour.

Indoor vs. Outdoor Radfahren, welches ist das bessere Training?
Indoor-Training auf einem Smart Trainer bietet klare Vorteile: Du hast strukturierte Vorgaben, kannst zielgerichtet trainieren und deine Wattwerte präzise im richtigen Bereich halten – vorausgesetzt, dein metabolisches Profil ist korrekt erfasst. Dadurch kannst du dich optimal auf deine Trainingsziele konzentrieren und dein Leistungspotenzial gezielt steigern.
Doch sobald du draussen unterwegs bist, entfallen diese klaren Vorgaben. Du musst dein Pacing selbst steuern und auf äussere Einflüsse wie Wind, Gelände und Verkehr reagieren. Die Herausforderung besteht darin, das strukturierte Indoor-Training auf die unvorhersehbare Realität der Strasse zu übertragen.

Dieser Blog gibt dir wertvolle Tipps, wie du den Übergang vom Indoor- zum Outdoor-Training optimal meisterst.

Pacing und Hügel: So vermeidest du unnötige Intensitäten

Wenn man nach der Indoor-Saison wieder draussen fährt, fällt oft auf, dass das Gefühl für die tatsächlich getretene Leistung fehlt (wie viel Watt man effektiv tritt). Gerade Einsteiger neigen dazu, kleine Hügel oder Anstiege zu schnell anzugehen, indem sie zu viele Watt treten, um möglichst schnell oben zu sein. Das führt dazu, dass sie weit aus dem Grundlagenbereich herauskommen und ungewollt zu viele hochintensive Belastungen in ihr Training einbauen.

Um dies zu vermeiden, solltest du bewusst vorausschauend fahren: Wenn du auf einen Hügel zufährst, schalte frühzeitig herunter, rolle entspannt in den Anstieg hinein und nimm gezielt Druck heraus. Ziel ist es, mit einer gleichmässigen, kontrollierten Belastung über den Hügel zu kommen, anstatt den Energiespeicher unnötig früh zu leeren. Besonders für Anfänger ist dies ein wichtiger Punkt, um effizienter und ausdauernder zu fahren.

Pacing für fortgeschrittene Fahrer: Wattwerte richtig steuern

Auch fortgeschrittene Fahrer machen zu Beginn der Saison oft denselben Fehler: Hügel werden mit zu hoher Intensität angefahren, und bei längeren Anstiegen fällt die Leistung oben abrupt ab, weil die Belastung nicht gleichmässig verteilt wurde. Um dies zu vermeiden, ist es essentiell, die eigenen Wattwerte am Berg zu kennen und kontrolliert zu fahren.

Ein guter Richtwert für das Grundlagentempo am Berg liegt bei etwa 2 bis 2,5 Watt pro Kilogramm Körpergewicht. Die Schwellenleistung – also das Tempo, das du an deiner anaeroben Schwelle treten kannst – liegt oft bei 3 bis 4 Watt pro Kilogramm. Falls deine VO2max unter 50 liegt, solltest du darauf achten, dass dein Grundlagentempo etwa bei 2 Watt/kg bleibt und deine Schwellenleistung nicht über 3 Watt/kg hinausgeht.

Beispiel: Ein 70 kg schwerer Athlet mit einem VO2max von 48 ml/min/kg sollte im Grundlagentempo GA1 etwa 120-140 Watt treten, während seine Schwellenleistung bei ca. 210 Watt liegt. Eine 50 kg Athletin fährt entsprechend mit etwa 80-100 Watt im Grundlagentempo und rund 150 Watt an der Schwelle. Eine gute Pacing Vorgabe am Berg wäre dann um die 180 Watt, was in etwa dem GA2 entspricht und über mehrere Stunden aufrechterhalten werden kann. Wobei zu beachten gilt, dass eine Dauerleistung an der Schwelle ca. 75min Aufrechte aufrechterhalten werden kann. Bei einer 50 kg Athletin wäre die GA2 Vorgabe dann um die 120-130 Watt. Durch diese Werte kannst du deine Pacing-Strategie optimieren und vermeiden, dass dir bei langen Anstiegen plötzlich die Energie ausgeht.

Intensitätssteuerung im wöchentlichen Training

In den wöchentlichen Trainingseinheiten geht es nicht nur darum, ausschliesslich im Grundlagenbereich zu fahren, sondern auch gezielt Intensitäten zu setzen – abhängig von deinen individuellen Zielen. Trainierst du auf lange Rennen, über drei Stunden, dann liegt der Fokus meist auf Intervallen rund um die Schwelle. Planst du eher kurze, intensive Wettkämpfe, dann solltest du deine anaerobe Kapazität gezielt trainieren.

Eine gute Faustregel für die Intensitätsverteilung lautet: Nicht mehr als 90 bis maximal 120 Minuten pro Woche über der Schwellenleistung fahren. Das bedeutet, wenn die Schwellenleistung bei 3 Watt pro Kilogramm Körpergewicht liegt, sollte der 70 kg Athlet nicht mehr als 75 bis 90 Minuten pro Woche über 210 Watt fahren. Für die 50 kg Athletin bedeutet das, nicht über 150 Watt hinauszugehen, für mehr als 75 bis 90 Minuten. Diese Begrenzung hilft dir, Überlastung zu vermeiden, dein Training effektiv zu steuern und eine kontinuierliche Leistungssteigerung zu gewährleisten.

Vorsicht beim Herzfrequenz-Monitoring

Beim Training mit Pulsgurt (Herzfrequenz-Monitoring) solltest du beachten, dass die Herzfrequenz immer verzögert auf Belastungen reagiert. Ein hoher Kraftaufwand führt sofort zu einem Anstieg der Wattwerte, doch die Herzfrequenz steigt erst nach einigen Sekunden an. Daher ist es wichtig, dies in dein Pacing einzubeziehen. Wenn du dein Training primär über die Herzfrequenz steuerst, solltest du eher defensiv fahren und darauf achten, dass du nicht mehr als eine Stunde pro Woche über deiner Schwellen-Herzfrequenz verbringst.

Die Herzfrequenz eignet sich hervorragend zur Trainingsanalyse: Sie gibt wertvolle Hinweise darauf, ob die Intensität gepasst hat, wie gross das Herz-Kreislauf-Delta war und liefert wichtige Rückschlüsse auf die Erholung. Allerdings ist sie als unmittelbare Steuerungsgrösse, während der Aktivität, oft weniger präzise als subjektive Belastungswahrnehmung und Wattwerte. Nutze sie daher vorrangig zur Trainingskontrolle und weniger als direktes Steuerungsinstrument für dein Pacing.

Fazit: Erfolgreiches Training draussen und drinnen kombinieren

Überlege dir genau, welche Trainingsziele du verfolgst und setze die entsprechenden Intensitäten gezielt ein. Achte darauf, Hügel nicht zu aggressiv anzugehen, um dich nicht frühzeitig zu erschöpfen. Gehe defensiv in Anstiege hinein und versuche, deine Wattwerte möglichst konstant bis zum Ende des Berges zu halten. Gleichzeitig ist es essentiell, genügend Zeit im Grundlagenbereich zu verbringen, um deine aerobe Basis weiterzuentwickeln. 

Nutze Wattwerte als primäres Steuerungselement und verwende die Herzfrequenz vorrangig zur Analyse. Behalte im Blick, dass längere Intervalle im Schwellenbereich sinnvoll sind, aber eine Überlastung durch zu viele hochintensive Minuten vermieden werden sollte. Durchdachtes Pacing und eine bewusste Trainingssteuerung helfen dir, langfristig stärker und effizienter zu werden – egal ob auf der Rolle oder draussen auf der Strasse.

Indoor vs. Outdoor Radfahren

Ultracycling ist eine der härtesten sportlichen Herausforderungen und verlangt sowohl mentale Stärke als auch körperliche Belastbarkeit. Besonders auf langen Fahrten, die oft über Stunden oder gar Tage andauern, werden die Schulter- und Nackenpartien enorm beansprucht. Diese Körperregionen sind für Ultracycler essenziell, da sie nicht nur die Stabilität der Fahrhaltung sichern, sondern auch das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit direkt beeinflussen. Die Grundlage für ein schmerzfreies Ultracylen ist auch ein gutes Bikefitting, versichere dich dass du optimal auf dem Bike sitzt. Dann kannst du mit den folgenden Übungen Ultracycling Schulter Nacken Training noch mehr rausholen.

Herausforderungen für Ultracycling Schulter Nacken Training

Beim Ultracycling hältst du deinen Kopf und Helm über viele Stunden in derselben Position. Der Nacken trägt dabei das gesamte Gewicht, was schnell zu Ermüdung und Verspannungen führen kann. Auf holprigen Strassen oder bei starkem Gegenwind nimmt die Belastung zusätzlich zu.

Eingeschränkte Flexibilität im Schultergürtel

Während der Fahrt stützen sich Arme und Schultern konstant auf dem Lenker ab. Diese Haltung schränkt die Beweglichkeit der Schultermuskulatur ein, was häufig zu Verhärtungen und Schmerzen führt – vor allem bei langen „Long Rides“. Ohne regelmässige Mobilisation können diese Spannungen auch in den oberen Rücken ausstrahlen.

Ungleichmässige Muskelbeanspruchung

Im Gegensatz zu dynamischen Sportarten wie Laufen oder Schwimmen erfordert das Radfahren eine statische Haltearbeit in Schultern und Nacken. Wenn diese Bereiche nicht gezielt trainiert und gestärkt werden, entsteht ein Ungleichgewicht in der Muskulatur. Das Resultat: Verspannungen, Schmerzen und eine verringerte Leistungsfähigkeit.

Ultracycling Schulter Nacken Training

Langzeitauswirkungen

Unbehandelte Probleme in der Schulter- und Nackenpartie können langfristig zu chronischen Beschwerden wie Nackenschmerzen, Schulterblockaden oder Haltungsschäden führen. Diese Beeinträchtigungen wirken sich nicht nur negativ auf das Ultracycling, sondern auch auf den Alltag aus.


Drei einfache Übungen für ein effektives Ultracycling Schulter Nacken Training

Hier sind drei Übungen, die dir helfen, Schulter- und Nackenprobleme zu vermeiden oder bestehende Beschwerden zu lindern. Die Videos zu den Übungen unterstützen dich dabei, folgende Ziele zu erreichen:

  1. Schmerzprävention: Gezielte Mobilisations- und Kräftigungsübungen beugen Schmerzen und Verspannungen vor.
  2. Verbesserte Haltung: Eine starke Schulter- und Nackenpartie sorgt für eine stabilere, entspanntere Fahrposition – auch auf langen Strecken.
  3. Mehr Komfort auf dem Rad: Flexibilität im Schultergürtel reduziert den Druck und fördert eine angenehme Haltung, wodurch lange Fahrten weniger anstrengend werden.
  4. Langfristige Leistungsfähigkeit: Mit einem ausgeglichenen und starken Muskelapparat kannst du nicht nur effizienter fahren, sondern auch Verletzungen vorbeugen.

Besonderheiten bei langen Fahrten (Long Rides)

Nackenmüdigkeit nach Stunden im Sattel

Nach mehreren Stunden im Sattel beginnt oft der Nacken zu schmerzen – ein Zeichen überlasteter Muskulatur. Die Übung mit dem Gummiband (siehe Video 2) stärkt gezielt diese Muskeln und verbessert deren Ausdauer.

Verkrampfte Schultern durch die Fahrposition

Bei langen Fahrten werden die Schultern oft nach vorne gezogen und verharren in einer starren Position. Das kann die Atmung einschränken und Schmerzen verursachen. Die sogenannte „Torhüter-Übung“ (siehe Video 1) lockert verspannte Muskeln, mobilisiert die Schultern und verbessert die Haltung.

Haltungsprobleme im Alltag und auf dem Rad

Langes Radfahren oder sitzende Tätigkeiten, wie Arbeiten am Computer, können dazu führen, dass die Schultern nach vorne kippen und ein Rundrücken entsteht. Eine tägliche Stabilisationsübung mit dem Gummiband hilft dir, die Haltung zu verbessern und Beschwerden vorzubeugen.


Integration ins Training: Ultracycling Schulter Nacken Training im Alltag

Die vorgestellten Übungen lassen sich leicht in den Alltag integrieren:

  • Morgens: Mobilisiere deine Schultern oder kräftige die Schulterblätter.
  • Während des Krafttrainings: Baue die Übungen in den Pausenzeiten ein.
  • Vor einer langen Radtour: Aktiviere den Schultergürtel und die Schulterblätter, um Verspannungen vorzubeugen.

Probiere diese Übungen regelmässig aus – auch in abgewandelter Form – und du wirst langfristig Freude am Radfahren haben sowie beschwerdefrei bleiben.


Zusammenfassung für Ultracycling Schulter Nacken Training

Die Schulter- und Nackenpartie ist eine der am stärksten beanspruchten Körperregionen beim Ultracycling. Um Verspannungen und Schmerzen vorzubeugen, ist eine Kombination aus Flexibilität und Kraft entscheidend. Die vorgestellten Übungen helfen dir, diese Aspekte gezielt zu trainieren, deine Haltung zu verbessern und deine Leistungsfähigkeit langfristig zu steigern.

Starte noch heute mit deinem Ultracycling Schulter Nacken Training und bleib schmerzfrei auf langen Touren!

Links Video

Schulterblatt stabilisieren

Schulterblatt mobilisieren

Nacken kräftigen

Effizientes Crawl-Schwimmen für Einsteiger und aktive Schwimmer

Schwimmen ist eine gelenkschonende Sportart, die nicht nur Spass macht, sondern auch ein Gefühl der Leichtigkeit vermittelt. Wer träumt nicht davon, mühelos und elegant durch das Wasser zu gleiten und dabei entspannt Schwimm-Kilometer zu absolvieren?

Der Schlüssel zu einem effizienten Crawl-Stil liegt in der Reduktion des Wasserwiderstands. Wusstest du, dass der Grossteil der eingesetzten Energie dafür verwendet wird, diesen Widerstand zu überwinden? Nur ein kleiner Teil fliesst tatsächlich in den Vortrieb.

In diesem Blogbeitrag zeige ich dir, wie du durch die Verbesserung der Grundlagen deiner Crawl-Schwimmtechnik mühelos und elegant durch das Wasser gleiten und dabei effizienter sowie kraftsparender schwimmen kannst.

Grundlagen für Crawl-Schwimmtechnik verbessern: Wasserlage, Atmung und Armzug optimieren

Ein effizienter Crawl-Stil basiert auf drei essenziellen Elementen: Wasserlage, Atmung und Armzug/Beinschlag. Diese Komponenten beeinflussen sich gegenseitig – wenn eine Technik nicht stimmt, leidet die gesamte Schwimmleistung.

Wasserlage verbessern: Die Basis für effizientes Crawl-Schwimmen

Die richtige Wasserlage ist entscheidend für ein kraftsparendes und schnelles Schwimmen. Sie ermöglicht es, deinen Körper horizontal und stromlinienförmig im Wasser zu halten, wodurch der Widerstand minimiert wird. Je besser deine Wasserlage, desto flüssiger und effizienter werden deine Bewegungen – besonders bei höheren Geschwindigkeiten.

Häufige Fehler in der Wasserlage

Ein häufiger Fehler ist eine Hohlkreuz-Haltung, die durch Hilfsmittel wie Pullbuoys oder Neoprenanzüge verstärkt werden kann. Um dies zu vermeiden und die ideale Wasserlage zu erreichen, solltest du darauf achten, den Rumpf richtig anzusteuern. Der Trick dabei ist, die Hüfte bzw. das Becken leicht einzudrehen, um so das Zusammenspiel von Beinen, Rumpf, Armen und Kopf zu optimieren. Um besser zu verstehen, wie diese Haltung im Wasser aussehen sollte, kannst du dich neben dem Pool auf den Rücken legen, Arme und Beine strecken und dann versuchen, den unteren Rücken über die Ansteuerung von Becken und Hüfte flach auf den Boden zu bringen.

Im Video findest du dazu eine Anleitung.

Perfekte Wasserlage beim Schwimmen

Atmung im Crawl-Schwimmen: Entspannt und kontrolliert

Die richtige Atmung ist beim Schwimmen oft eine der grössten Herausforderungen, da wir unter Wasser nicht atmen können. Unser Organismus ist darauf ausgelegt, über Mund und Nase Sauerstoff aufzunehmen, um die Sauerstoffversorgung der Zellen sicherzustellen. Beim Schwimmen jedoch befindet sich der Kopf grösstenteils unter Wasser, wodurch Nase und Mund meist nicht für die Atmung verfügbar sind. Wer diese Situation nicht gewohnt ist, reagiert oft mit einem Panikreflex: Der Körper versucht, Nase und Mund so schnell wie möglich aus dem Wasser zu bringen, um wieder normal atmen zu können. Dieser Reflex erschwert es insbesondere Anfängern, einen effizienten und ökonomischen Schwimmstil zu entwickeln. In unserem Video zeigen wir eine Basisübung, die dir hilft, diese Herausforderung zu meistern.

Richtiges Ausatmen: Ein Schlüssel zum Schwimmtechnik verbessern,

Ein häufiger Fehler – selbst bei erfahrenen Schwimmern – ist, erst beim Drehen des Kopfes zur Atmung auszuatmen. Damit der Körper neuen Sauerstoff aufnehmen kann, muss zuerst das verbrauchte Kohlendioxid vollständig ausgeatmet werden. Bleibt der Kopf jedoch zu lange über Wasser, wird die Wasserlage destabilisiert und der Schwimmfluss unterbrochen. Übe daher bewusst, ins Wasser auszuatmen, damit deine Lungen beim Kopfdrehen direkt neuen Sauerstoff aufnehmen können.

Praktische Übungen zur Atemkontrolle

Tauchübungen oder Atemübungen mit verschiedenen Intervallen, wie zum Beispiel im 3er-, 4er- oder 6er-Rhythmus, helfen dir, das Wasser besser zu verstehen und die Angst vor der Atmung im Wasser zu überwinden. Durch regelmässiges Üben wirst du sicherer und effizienter in deiner Schwimmtechnik.

Mit der richtigen Technik und etwas Geduld kannst du die Herausforderung der Atmung meistern und dein Schwimmen auf das nächste Level bringen!

Atmung im Crawl-Schwimmen

Beinschlag optimieren: Stabilität und Effizienz steigern

Der Beinschlag ist wichtig für die Stabilität im Wasser und die Steuerung der Wasserlage. Für Triathleten ist der Vortrieb durch den Beinschlag oft weniger entscheidend, dennoch kann ein ineffizienter Beinschlag die Schwimmleistung erheblich beeinträchtigen. Ein häufiger Fehler ist die fehlende Flexibilität im Fussgelenk, was zu einem steifen und wenig effizienten Beinschlag führt. Einige Schwimmer bewegen sich sogar rückwärts, wenn sie versuchen, nur mit einem Kickbrett und Beinschlag vorwärts zu kommen. Fehlt die Beweglichkeit in den Fussgelenken, kann der Fuss nicht ausreichend gestreckt werden, was dieses Phänomen verstärkt.

Achte darauf, dass deine Füsse locker und beweglich sind. Falls nötig, arbeite gezielt an der Flexibilität im Fussgelenk, um einen sauberen, stabilen Beinschlag zu entwickeln. Der Beinschlag sollte entspannt und rhythmisch sein, um deine Wasserlage zu stabilisieren und dich nicht unnötig zu bremsen.

Beinschlag optimieren: Stabilität und Effizienz steigern

Beinschlag und Wasserlage – Selbsttest um deine Crawl-Schwimmtechnik zu verbessern

Um zu überprüfen, wie gut dein Beinschlag und deine Wasserlage zusammenwirken, kannst du einen einfachen Test durchführen: Schwimme 25 Meter Rückenbeinschlag mit gestreckten Armen. Wenn dein Beinschlag nicht optimal ist oder die Flexibilität deiner Fussgelenke eingeschränkt ist, wirst du Schwierigkeiten haben, die 25 Meter zu bewältigen.

Eine ausführliche Beschreibung der Übung findest du im Video: Wasserlage mit Rückenbeinschlag üben und verstehen.

Da du bei dieser Übung auf dem Rücken liegst und den Kopf nach oben gerichtet hast, hast du immer ausreichend Sauerstoff und musst dir keine Gedanken über die Atmung machen. Rückenbeinschlag eignet sich daher ideal, um deine Wasserlage zu verbessern.

Armzug im Crawl: In fünf Phasen zum optimalen Vortrieb

Die treibende Kraft im Crawl-Stil ist der Armzug, welcher in fünf Phasen unterteilt werden kann:

  1. Überwasserphase – Führe den Arm entspannt nach vorne.
  2. Eintauchphase – Tauche den Arm kontrolliert ins Wasser ein und leite das Gleiten ein.
  3. Catch-Phase – Baue Wasserdruck auf, um dich nach vorne zu schieben.
  4. Unterwasserphase – Halte den Druck unter Wasser aufrecht, um dich effizient nach vorne zu bewegen.
  5. Ausstossphase – Hole das letzte Quäntchen Power aus dem Zug heraus und leite die entspannte Überwasserphase ein.

Ein sauberer Armzug kann nur dann korrekt ausgeführt werden, wenn Wasserlage und Atmung auf einem gewissen Niveau sind. Die Herausforderung liegt darin, dass ein effizienter Armzug oft die Geschwindigkeit erhöht, was wiederum die Wasserlage beeinflussen kann. Nutze Trainingshilfen wie Schwimmschnorchel oder Schwimmflossen, um dich gezielt auf den Armzug zu konzentrieren, ohne durch Atmung oder Beinschlag abgelenkt zu werden.

Effizientes Crawl-Schwimmen leicht gemacht

Crawl-Schwimmtechnik verbessern: Effiziente Technikverbesserung leicht gemacht

Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Schwimmtraining liegt in einem klaren Fokus. Jedes Training sollte einem spezifischen Ziel gewidmet sein, sei es die Verbesserung der Wasserlage, der Atemtechnik, des Beinschlags oder anderer technischer Aspekte. Mit einem durchdachten Aufbau kannst du gezielt an deiner Crawl-Technik arbeiten und messbare Fortschritte erzielen.

Für neue Impulse oder Inspiration bei deinem nächsten Training empfehlen wir dir unsere speziell entwickelten Trainingsprogramme. Diese bieten dir effektive Übungen und strukturierte Pläne, um deine Technik effizient zu verbessern und deine Leistung langfristig zu steigern. Lass dich inspirieren und bring dein Schwimmen auf das nächste Level!

Fazit: Um deine Crawl-Schwimmtechnik zu verbessern und Effizientes Crawl-Schwimmen zu lernen

Die Verbesserung der Crawl-Schwimmtechnik erfordert eine Kombination aus optimierter Wasserlage, effizientem Armzug, rhythmischem Beinschlag und kontrollierter Atmung. Mit gezieltem Techniktraining und der Reduktion des Wasserwiderstands wird dein Schwimmen nicht nur effektiver und kraftsparender, sondern auch geschmeidiger. Wenn du gerne in der Gruppe trainierst, bieten wir dir im Raum Zürich vier mal pro Woche Schwimmtrainings an, um deine Technik effizient und einfach zu verbessern.

Es ist wieder da; das kalte und oft auch nasse Wetter. Ein paar einfache Schuhüberzüge reichen nicht mehr um die Füsse warm zu halten. Gibt es spezielle Rennradschuhe für den Winter die ich mit Überschuhen kombinieren kann, damit kalte Füsse für mich kein Thema sind? Was gibt es für Tricks?

Radfahren im Winter ohne kalte Füsse!

Radfahren im Winter kann durchaus Spass machen, denn die Natur wird komplett anders erlebt als im Sommer, Frühling oder Herbst. Die Füsse (und auch Hände) sind bei kalten Temperaturen leider oft der limitierende Spassfaktor. Sie setzten den Trainingseinheiten ein Ende, wenn sie nicht genügend geschützt werden.

Möglichkeiten gegen kalte Füsse

Es gibt spezielle, gefütterte und/oder knöchelhohe Winterradschuhe, diese schützen allerdings nur bis etwa null Grad. Wird es kälter, muss man seine Füsse zusätzlich mit einem guten Schuhüberzug schützen. Zu beachten dabei ist, dass es im Winter bei Schnee auch häufig nass werden kann und man sich auch noch davor schützen muss.

Tipps und Tricks

Bei Regen oder wenn es sehr kalt ist, kannst du ganz einfach mit einem Plastiksack zwischen Schuh und Schuhüberzug eine weitere günstige Isolierung herstellen, welche die Füsse warm und trocken hält. Wichtig dabei ist aber, dass der Plastiksack über den Schuh kommt und nicht direkt am Fuss getragen wird. Ein paar Löcher im Plastiksack auf der Oberseite vom Fuss platziert, wirken gegen ein zu starkes Schwitzen unter der Hülle.

Socken

Am Fuss selber können Gore-Tex- oder Thermo-Socken als zusätzlicher Temperatur- und Wetterschutz dienen. Die Gore-Tex Variante bewährt sich oft nicht, da der Fuss zu sehr ins schwitzen kommt und dann durch den Fahrtwind abkühlt.

Heizung für die Füsse

Es gibt beheizbare Akku-Schuheinlagen oder beheizbare Socken, diese sind relativ teuer, beheizbare Socke kosten rund 300 Franken, können aber perfekt eingestellt werden. Diese können perfekt an die aussen Temperaturen angepasst werden. Auf dem Markt gibt es auch günstigere Versionen. Sogenannte Fusswärmer Wärmebeutel, ab 3-10 Franken, im Fachmarkt z. B. Trophy Bike erhältlich. Diese geben für ein paar Stunden Wärme ab – so bleibt das Radfahren auch im Winter ein Genuss. Gerade für das MTB fahren eine gute Lösung, wo du ab und zu auch ein paar Schritte laufen musst und Schuhüberzüge nicht so praktisch sind.

Was ziehe ich sonst noch auf dem Rad an?

Im Gegensatz zum Lauftraining um den Gefrierpunkt braucht es auf dem Rad ein bis zwei zusätzliche Bekleidungsschichten mehr. Ziehe dich nach dem ‚Zwiebelprinzip‘ an. D.h. mehrere Schichten, welche du nach bedarf an- oder ausziehen kannst.

Adi Vogel

 

Wieso soll ich eine Trainingspause nach der Saison machen?

Hast du dir auch schon einmal überlegt von der einen Saison auf die nächste ohne Pause zu trainieren?
Deine Saison hast du sehr gut abgeschlossen und bist in top Form. Du möchtest den Schwung mitnehmen, als Start in die neue Saison, um deine diesjährige Performance zu toppen? Was spricht für und was gegen eine Trainingspause? Wie kannst du deine Trainingspause nutzen? Im Blog von Dan Aeschlimann bekommst du Inputs und Denkanstösse.

Physiologische Betrachtung – Funktionelle und strukturelle Aspekte

Physiologisch gesehen trainierst du vor allem zwei Aspekte: Die funktionellen und strukturellen Anpassungen in deinem Körper.
Ziel des Trainings ist es diese Anpassung zu verbessern und aufzubauen. Bei den funktionellen Anpassungen wird beispielsweise dein Stoffwechsel-Prozess (Umwandlung Fett und Kohlenhydrate zur Energiegewinnung) verbessert und die  Sauerstoffaufnahme bzw. die Fähigkeit der Energiegewinnung optimiert. Das heisst du vergrösserst deinen Vo2max.
Die strukturellen Anpassungen resp. strukturelle Verbesserung betrifft die Sehnen, Knochen, Gelenke, Bänder usw. Dies ist gerade bei Laufsportarten von grosser Bedeutung, denn bei Verletzungen sind meistens die strukturellen Aspekte das Problem.

Wie funktioniert die physiologische Erholung und wie kann eine Trainingspause helfen?

Aus physiologischer Sicht, vereinfacht dargestellt, ist ein Training nichts anderes als Stress für den Köper. Wir fahren Rad, Laufen, machen Krafttraining und setzen den Körper damit unter Stress. Das Gleichgewicht, die Homöostase, kommt durcheinander und der Körper versucht durch den auf- und abbauenden Stoffwechsel-Prozess dieses Gleichgewicht wieder herzustellen. Machst du zum Beispiel ein zweistündiges Lauftraining, dann baut dein Körper in der Zeit den Glykogenspeicher (Kohlenhydrat Speicher) ab und die Bänder und Sehnen werden stark beansprucht.
Darauf folgt dann meist 24-48 Stunden Ruhezeit damit der Köper den Stress (die Reize) adaptieren kann. In der Ruhezeit verbessert der Körper den Stoffwechselprozess, damit er beim nächsten Lauf weniger Stress hat. Die Struktur in den Sehnen und Bändern wird verbessert und diese sind somit beim nächsten Lauf belastbarer.

Die ganzen funktionellen Anpassungen erfolgen relativ schnell und sind in in kurzer Zeit abgeschlossen. Dafür braucht es aus physiologische Sicht keine längere Trainingspause. Es kommt sogar nach ein paar Tage zu einem Abbau von verschieden Organfunktionen. Eine Trainingspause bringt dich so betrachtet also in Rücklage. D.h. der Vo2max wird schon nach ein paar Tagen kleiner. Du brauchst Zeit, um diesen nach einer Trainingspause wieder auf das vorherige Level zu bringen.

Herausforderung strukturelle Anpassungen

Etwas anders sieht es bei den strukturellen Anpassungen aus. Gerade der Aufbau von Sehnen, Bänder und Knochenbalkenstrukturen ist ein sehr langwieriger Prozess. Es braucht Monate ja sogar Jahre bis die Struktur soweit ist, um beispielsweise einen Marathon unter 3 Stunden zu laufen. Oft wird diesem Aspekt viel zu wenig Rechnung getragen. Es kommt dann zu Verletzungen und schlussendlich zu einer erzwungen (Saison)pause. Auch im Profisport gibt es viele Beispiele für Verletzungen an der Struktur. Die Sportler und Athletinnen haben in ihrer Sportart im Grundsatz eine exzellente Struktur. Dennoch kommt es auch bei den Profis oft vor, dass sie unter strukturellen Verletzungen, wie Gelenkentzündungen bis hin zu Ermüdungsbrüche, leiden. In diesem Fall ist es oft so, dass die Summe aller Trainings gegenüber der Erholung zu hoch ist. Dies kann zu einer Verletzungen führen und somit eine Pause bedingen.
Und genau da setzt eine Trainingspause von mehreren Woche, am Ende einer Wettkampfperiode, an. Der Körper hat Zeit die strukturelle Anpassungen im weitesten Sinn ’nachzuholen‘. Eine durchdachte Trainingspause kann deshalb eine verletzungsfreie nächste Saison sehr stark beeinflussen.

Trainingspause heisst nicht nichts machen!

Nutze die 4 Wochen Pause um deine Beweglichkeit zu verbessern. Lasse die Lauf- oder Radschuhe im Keller und mach stattdessen jeden zweiten Tag 20-30 Minuten Yoga. Mit den Yoga Übungen hast du praktisch keine Schläge auf deine Struktur. In diesen Trainings hast du auch immer ein leichtes Krafttraining integriert, das heisst, es kommt zu keinem Muskelabbau.
Das Video zeigt dir ein paar Yoga Übungen. Sie eignen sich besonders auch für Ausdauersportler die nicht super beweglich sind.

Mentaler Aspekt der Trainingspause

Nicht nur der Körper braucht Erholung. Die Mentale Erholung ist ebenfalls ein wichtiger Teil der Trainingspause nach der Saison. Während der Wettkampfsaison und den intensiven Trainingseinheiten ist auch die Psyche voll gefordert. Nutze deshalb die Trainingspause auch dazu den Kopf freizukriegen. Treffe Freunde, bewege dich nach Lust und Laune oder gar nicht. Probiere etwas Neues aus. Denke vor allem nicht ständig ob es gut ist für dein Training oder nicht. Lasse dich ohne festen Plan und Ziel treiben. Nutze die Zeit deine sozialen Kontakte jenseits des Sportes zu pflegen, was ja während einer getakteten Saison nicht ganz einfach ist.

Saisonrückblick

Deine trainingsfreie oder trainingsreduzierte Zeit lässt sich im Weiteren gut nutzen das Vergangenen zu analysieren, kritisch zu hinterfragen und auszuwerten. So kannst du neue Erkenntnisse für die kommende Wettkampf- und Trainingsperiode gewinnen.
Bestimme deine nächsten Ziele und Visionen. Frage dich was möchtest du noch erreichen und wie kannst du diesen Zielen näher kommen. Was musst du für die neue Saison verbessern um deine Ziele zu erreichen oder diese gar zu übertreffen? Mit dem Regelkreis der Trainingsplanung kannst du dich optimal reflektieren.

Start in die neue Saison

Nach einer intensiven Saison ist es nicht einfach sich in den Off-Modus zu versetzen. Lenke dich mit mit anderen Aktivitäten ab. Geniesse die weniger verplanten Tage.
Du fragst dich wann die richtige Zeit ist, wieder mit dem strukturierten Training zu beginnen? Wenn es dir nach zwei etwa zwei Wochen schwer fällt wieder ins Training einzusteigen, dann  bist du noch nicht bereit. Oft braucht der Körper 1-2 Wochen um überhaupt in den Ruhemodus zu kommen. Gönne dir noch etwas mehr trainingsfreie Zeit bis du körperlich und mental wieder bereit bist. Nach ca. 4-6 Wochen wirst du wieder sehr motiviert sein in das Training einzusteigen. Du wirst sehen, dass du danach mit Schwung den Aufbau der neuen Saison in Angriff nehmen kannst. Denn die Pause ist das ‚Anlauf holen‘ für die neue Saison. So bist du bereit damit du das Optimale für dich rausholen kannst.

Fazit:

Hast du eine anstrengende Saison, mit vielen Laufkilometer in den Beinen, dann ist eine länger Saison Pause ohne Laufen für deine nächste Saison wichtig. Wenn du aber dieses Jahr mehr mit dem Rad unterwegs warst und kaum gelaufen bist, kannst du ganz gut 1-2 Lauftrainings pro Woche in die Saisonpause einbauen. Weil deine Struktur viel weniger belastet wurde. Bei Profi-Radfahrer kann es sogar zu einem Knochenbalken-Strukturabbau kommen, da das Training ausschliesslich auf dem Rad stattfindet. Somit kann ein leichtes Lauftraining für Radfahrer in der Offseason wiederum wichtig sein. Die Betonung liegt auf leicht! Denn die körperliche Struktur eines Radfahrers ist alles andere als bereit für ein hartes Lauftraining!

In diesem Sinne geniesse deine Musse und hole Anlauf für deine neue Sportsaison.