Rennwochenende der Extreme: Von der Mitteldistanz in Rapperswil bis zum 600-Kilometer-Brevet

Das vergangene Wochenende hielt für das Team von MY sport die gesamte Bandbreite des Ausdauersports bereit. Während ein Teil der Equipe beim Heimspiel am Obersee die Intensität einer Triathlon-Mitteldistanz suchte, verschoben andere auf den Schweizer Landstrassen die Grenzen des Machbaren im Ultracycling.

Bestzeiten und erfolgreiche Premieren beim Ironman 70.3 Rapperswil-Jona

Der Ironman 70.3 Rapperswil-Jona bot auch in diesem Jahr eine anspruchsvolle Kulisse. Die wechselhaften Bedingungen mit windigen Abschnitten auf der Radstrecke verlangten von den Athleten und Athletinnen eine saubere Renneinteilung. Daher war eine kluge Taktik entscheidend, um auf der abschliessenden Laufstrecke entlang des Seeufers das Tempo hochzuhalten.

Frédéric Herrmann zeigte ein extrem konstantes Rennen. Nach einer soliden Schwimmzeit von 37:58 Minuten spielte er seine Stärke auf dem Velo voll aus. Er absolvierte die Radstrecke folglich in schnellen 2:44:26 Stunden. Mit einem kontrollierten Halbmarathon von 1:50:10 Stunden überquerte er die Ziellinie nach insgesamt 5:21:24 Stunden. Dadurch konnte er sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Zudem belohnte er sich mit einer neuen persönlichen Bestzeit.

Ebenfalls eine starke Leistung zeigte Philip James. Er verliess das Wasser nach schnellen 34:54 Minuten. Nach einem harten Radsplit von 3:06:22 Stunden und einem Lauf von 2:07:12 Stunden finishte er schliesslich mit einer Gesamtzeit von 5:58:37 Stunden.

Besonders im Fokus standen jedoch die beiden Rookies des Teams. Gian-Marco Meier und Marcel Hübner stellten sich in Rapperswil ihrer ersten halben Ironman-Distanz. Beide teilten sich die Kräfte auf den harten Höhenmetern der Radstrecke optimal ein. Aus diesem Grund meisterten sie ihr Debüt äusserst souverän.

Gian-Marco Meier beendete sein erstes 70.3-Rennen nach 37:14 Minuten im Wasser und 3:12:55 Stunden auf dem Velo. Nach einem Lauf von 2:22:06 Stunden erreichte er das Ziel in einer hervorragenden Gesamtzeit von 6:26:12 Stunden. Marcel Hübner komplettierte den Erfolg der Vereinsdebütanten ebenfalls erfolgreich. Nach einer Schwimmzeit von 47:47 Minuten und einer Radzeit von 3:39:53 Stunden finishte er den abschliessenden Lauf in 2:48:14 Stunden. Das bedeutete am Ende eine Gesamtzeit von 7:28:25 Stunden. Beide haben ihren Einstieg in die Mitteldistanz somit mit Bravour gemeistert.

Mentale Grenzerfahrung beim Audax Suisse 600 km Brevet

Ein Ultracycling-Brevet von Audax Suisse entzieht sich jedem Vergleich mit einem klassischen Radmarathon. Bei der 600-Kilometer-Distanz geht es nicht um Platzierungen, sondern um das reine Durchhalten, die autonome Navigation und das permanente Verschieben der eigenen Belastungsgrenzen im Kampf gegen die Müdigkeit. Trix Wüthrich und Alex Gröbli standen für MY sport am Start dieser extremen Langstreckenprüfung.

Die Topografie und die Nachtphase machten die Fahrt zu einer mentalen Zerreissprobe. Trix Wüthrich fasste die Herausforderung nach dem Finish treffend zusammen: «Es ist eine 600 Kilometer lange Achterbahn der Gefühle. Zwischen ‚Yeah, wie geil‘ und ‚Warum tue ich mir das eigentlich an‘ liegen manchmal nur fünf Minuten.»

Genau dieses permanente Auf und Ab der Emotionen gehört bei den Brevets fest zum Programm. Wenn der Körper nach Schlaf verlangt und die Sicht in der Dunkelheit schwindet, entscheidet sich das Rennen im Kopf. Alex Gröbli und Trix Wüthrich meisterten die enorme Distanz mit grosser Routine, mentaler Härte. Nach weit über 24 Stunden im Sattel und minimalen Pausen erreichten beide erfolgreich das Ziel und bewiesen eindrücklich, was mit der richtigen Vorbereitung und eisernem Willen möglich ist.

Weitere Informationen und Berichte zu den Langstrecken-Formaten findest du direkt unter Audax Suisse.