Florin Salvisberg

Florin Salvisberg wie er das ‚Stay at home‘ erlebt

Florin Salvisberg, Profiathlet bleibt,  wie viele Andere auch, zu Hause. Was es für ihn bedeutet, wie er seine Zeit verbringt und wie er nun trainiert.

Wie geht es dir?

Mir geht es relativ gut, vielen Dank.

Wie sieht dein Tag nun aus, wie unterscheidet er sich gegenüber deinem ’normalen’ Alltag?

Ich halte mich an die Empfehlung des Bundesrates und bleibe möglichst zu Hause.
Die grösste Änderung ist das Trainieren ohne Gruppe, denn im Moment finden ja keine Gruppentrainings statt. Ansonsten ist mein Alltag nicht viel anders. Das Velofahren draussen habe ich sehr sehr fest reduziert und absolviere deshalb meine Radeinheiten grösstenteils auf der Rolle. Nach draussen gehe ich zum Joggen, denn ich besitze kein Laufband. Für den Einkauf verlasse ich mein zu Hause ebenfalls. Ich koche gerne. Kochen ist mir wichtig und gehört auch in ’normalen‘ Zeiten zu meiner täglichen Routine. 

Arbeitest du noch in einem Teilzeitpensum, neben dem Sport?

Nein, der Sport ist mein Beruf und ich gehe keiner anderen bezahlten Tätigkeit nach. Ich bin aber noch am Studieren. Habe das Studium aber gerade, im Hinblick auf die Olympiade in Tokyo, unterbrochen. Was nun natürlich blöd ist.

Was bereitet dir in der jetzigen Situation am meisten Mühe?

Die Ungewissheit wann die Wettkämpfe wieder stattfinden, bereitet mir in der jetzigen Situation Mühe. Ab und zu fehlt es mir, mit anderen zu trainieren. Jetzt muss man sich auf sich selber fokussieren, damit habe ich glücklicherweise nicht gross Mühe. 

Olympia 2020 wird nun Olympia 2021
Wie sieht nun deine Planung aus?

Meine Devise heisst spontan bleiben und das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Ich versuche auch meine Motivation hoch zu halten und an meinen Schwächen zu arbeiten. Aktuell steht Rumpftraining und Laufen im Fokus.

Am 20.3 wärst du am Worldcup Sarasota gestartet, die Schweiz befand sich da schon im Lockdown, wie konntest du dir deine Rückreise organisieren?

Ich war mit drei Schweizern in Sarasota. Wir hatten ein Appartement gemietet. Der Wettkampf wurde abgesagt und der Flug von Miami gecancelt. Meine Eltern haben stundenlang bei der Swiss angerufen… Nach einer Woche Sarasote hatten wir einen Flug via New York. Wir wurden von der Swiss geholt. Es ist zum Glück alles relativ gut gegangen. Das Leben in den USA war noch recht normal, es wurden keine Massnahmen getroffen. Viele Leute waren am Strand, was uns recht schockiert hat, da wir von zu hause bereits Infos hatten wie die Situation sich entwickeln kann.

Was ist dein ultimative Tipp fürs #stayathome?

Man soll sich nun die Zeit nehmen für Dinge, welche man nie Zeit hat. Ein gutes Buch lesen, Zimmer aufräumen, etwas feines kochen. Ich mache zum Beispiel feine Pancakes zum Frühstück. Gut dehnen oder ein gutes Yogaprogramm von Dan Aeschlimann. Eine Kerze anzünden und sich Zeit nehmen für seine Liebsten, natürlich und leider auf Distanz.

Florin Salvisberg